Magazin Tourismus.International am Samstag, den 19. Oktober 2019
Wie aus Tausend und einer Nacht
Die Metropole am Bosporus, gelegen auf zwei Kontinenten, besitzt viele Wahrzeichen ihrer langen Geschichte. Die Altstadt spiegelt die kulturellen Einflüsse zahlreicher Reiche wider, die im Lauf der Zeit über die Stadt geherrscht haben. Unter den Römern wurden im Viertel Sultanahmet mehrere Jahrhunderte lang Wagenrennen ausgetragen und es sind ägyptische Obelisken erhalten. Wenige Meter weiter öffnet sich das Fenster in das byzantinische und osmanische Erbe mit all seiner Pracht. Zugleich präsentiert sich die 15 Millionen Stadt heute ihren Besuchern in einer Mischung von Moderne und Tradition. Ein Wahrzeichen für diese Mixtur erhebt sich seit dem Januar 2017 im Stadtteil Sisli - das Fairmont Quasar Hotel Istanbul.

Ronald Keusch für Magazin Tourismus.International

Empfang mit Grafitty-Kunst

Ronald Keusch für Magazin Tourismus.International

Schon die Einfahrt mit dem Taxi vor den Haupteingang des Hotels eröffnet dem Gast einen ersten Eindruck, was ihn in dem neuesten fünf Sterne Luxus-Hotel erwartet. Hier wird die urbane Kultur Istanbuls mit Street-Art-Projekt "Fuse With Istanbul" gezeigt. Dazu haben die vier Istanbuler Streetart-Künstler Cins, Turbo, Nuka und Highero ihre Grafitty-Kunst an Betonpfeilern am Eingang des Hotels verewigt. Die bunten gesprühten Abbildungen stehen für ihre Erfahrungen, Abenteuer und Träume und wollen Kontinente, Kulturen und Menschen zusammen bringen - so klärt ein Hinweisschild den einen oder anderen möglicherweise erstaunten Hotelgast auf. So eingestimmt wird der Gast schon in der Lobby von einem beeindruckenden Design empfangen. Doch das eigentlich Faszinierende und Einmalige ist die hauseigene "Flow"-Sammlung. Sie wurde von einheimischen Künstlern und Ateliers gestaltet und reicht von Malerei und Grafik über Fotografie bis zu Skulpturen mit unterschiedlichen Materialien. Der Standort des Fairmont-Hotels liegt inmitten des Geschäftsviertels Mecidiyeköy, auf einem der sieben Hügel, auf denen wie Rom auch die Stadt Istanbul gebaut wurde. So ist die Sicht aus den 34 Stockwerken des Hotels auf die Stadt und den Bosporus sehr spektakulär. Insgesamt verfügt das Hotel über 209 Zimmer zuzüglich 64 Residenzen und zählt insgesamt über knapp 300 Mitarbeiter.

Ronald Keusch für Magazin Tourismus.International

Mitarbeiter sind wertvollstes Gut

Ronald Keusch für Magazin Tourismus.International

So ein Haus wie das Fairmont-Hotel fordert einen international erfahrenen Manager mit Kenntnis und Nähe zu dem Gastland und der Weltstadt Istanbul. Die Accor Hotel-Gruppe, die dieses Hotel in Istanbul übernommen hat, gehört zu den weltweit größten Playern der Branche. Accor setzte für dieses herausragende erste fünf Sterne Luxushotel in Istanbul und der gesamten Türkei den erfahrenen deutschen Hotelier Kai Winkler als Direktor ein. Für Winkler, der lange Jahre bei der europäischen Luxushotelkette Kempinsky arbeitete, waren und sind neben dem Ausstattungsgrad die Service-Leistungen das grundlegende Kriterium für höchste Hotelqualität. "Ich sehe jeden Mitarbeiter, den ich einstelle. Unsere Mitarbeiter sind unser wertvollstes Gut und ihr Service für den Hotelgast muss von Herzen kommen." Das Fairmont hat in seinem bisher recht kurzen Hotel-Leben schon einige Auszeichnungen erobert. So wurde es von International Hotel Awards 2018 und 2019 zum "Besten Stadthotel Europas" und von World Hotel Awards 2018 zum "Besten Modernen Luxushotel Osteuropas" gekürt. Außerdem erhielt es eine Empfehlung von der hochkarätigen Forbes Guide Star Listing 2019.

Ronald Keusch für Magazin Tourismus.International

"Aila" bestes Restaurant von Istanbul

Ronald Keusch für Magazin Tourismus.International

Kai Winkler, der im Schlummer-Atlas vom Busche Verlag in Dortmund unter die TOP-Ten der Hotelmanager gewählt wurde, schätzt als wichtigste diejenigen Anerkennungen ein, die für die Qualität, sozusagen für das Hotel-Handwerk vergeben werden. So hat ihn besonders gefreut, dass das Küchen-Team des türkischen Hotel-Restaurants "Aila" zum besten Restaurant von ganz Istanbul auserwählt wurde. Nicht nur Hotelgäste, sondern auch die Istanbuler schätzen die moderne Interpretation der klassischen türkischen Küche. Dazu gehören traditioneller Holz-Grill genauso wie eine offene Meze-Bar mit Gewürzen sowie eine Raki-Bar.

Stadt des UNESCO Weltkulturerbes

Ronald Keusch für Magazin Tourismus.International

Übermächtiger Magnet und gewaltiger Anreiz sind für die Touristen auch in seinem Hotel, das weiß Direktor Winkler sehr gut, die vielen Sehenswürdigkeiten von Istanbul, die schon vor langer Zeit mit dem Titel der UNESCO Stadt des Weltkulturerbes gekrönt wurden. Für den Istanbul-Fan Kai Winkler zählen dazu die klassischen Ziele wie die Kuppel-Basilika Hagia Sophia, die Sultan-Ahmed-Moschee (blaue Moschee) oder der Palast Dolmabahce direkt am Ufer des Bosporus. Eine besonders attraktive Empfehlung ist eine Schiffstour auf dem Bosporus. Ähnlich wie in den anderen Metropolen London auf der Themse oder Berlin auf der Spree bietet auch in Istanbul eine Schiffstour andere phantastische Sichten auf die Stadt der Minarette und Hochhäuser. Der Chef-Concierge empfiehlt dafür kleine private Schiffe oder aber auch eine äußerst preiswerte Variante, ganz nahe beim Alltag der Istanbuler. Analog einer Stadtrundfahrt in Berlin mit dem Bus der Linie 100 zum Preis für einen AB Fahrschein kann mit der Schiffslinie Dentur Avrasya ebenfalls für einen geringen Ticketpreis von 25 Lira (knapp 4 Euro) eine 90 Minuten Tour unternommen werden. Abfahrt: Besiktas über Beylerbeyl und zurück nach Kabatas.

Ronald Keusch für Magazin Tourismus.International

Kulturbrauerei im Stadtteil Sisli

Ronald Keusch für Magazin Tourismus.International

Für alle diejenigen Istanbul-Besucher, die sich besonders in der Hochsaison von den üblich langen Warteschlangen an den Kassen der Sehenswürdigkeiten und an mancherlei Menschengewimmel der Touristen aus aller Welt erholen wollen, hat das Fairmont-Hotel eine naheliegende Anregung. Vor den Hotel-Türen beginnt das Geschäftsviertel Mecidiyeköy des Stadtteils Sisli mit Wohnhäusern, Gewerbe- und Einkaufszentren und auch kulturellen Einrichtungen. Ein sehr ruhiger Ort liegt in der Gasse Kazim Orbay im Ortsteil Bomonti. Inmitten eines kleinen Gartens befindet sich eine der weltweit wenigen georgisch-katholischen Kirchen, die heute nur noch von einer kleinen Gemeinde genutzt und zu einem kurzen Verweilen einlädt. Nicht weit entfernt in der Birahane Straße befindet sich die historische Brauerei Bomontiada, die sich zu einem sehenswerten Ausstellungszentrum mit einer Mischung aus Kultur, Musik und Gastronomie entwickelt hat. Im Saal Babylon werden Konzerte gegeben. Etwas ganz besonderes stellt die Leica Galerie dar. Sie will zum Zentrum der Fotografie in der Türkei aufsteigen und der internationalen Kunstszene das kreative Potential des Landes zeigen. Drei Lokale unterschiedlichen Profils mit frisch gezapftem Bier und traditioneller Meze präsentieren einmal mehr in Istanbul Modernes und Traditionelles. Es ist einer dieser Orte, so schwärmen Tourismus-Manager, wo die Besucher vom Frühstück und Drinks bis zum Abendessen und Konzert den ganzen Tag verbringen können.

Radler heißt Limonade mit Bier

Ronald Keusch für Magazin Tourismus.International

Ein zehnminütiger Spaziergang führt zum dem riesigen Taksim-Platz, dem traditionellen Demonstrationsort, der in jüngerer Zeit in die globalen Schlagzeilen gelangte. Eine der Seitenstraßen öffnet sich zum breiten Fußgänger-Boulevard Istiklal, eine Promenade voller Menschen, durch die sich ab und an langsam eine rote Straßenbahn schlängelt. Zum Bild der Stadt gehören gegen 22 Uhr die Muezzin-Rufe von den unzähligen Minaretten und am Tage voll verschleierte Frauen in Burkas genauso wie der aktuelle Pop-Sound und modern gekleidete Frauen in Minirock und Hot Pants. Es reihen sich unzählige Läden und Cafes aneinander, die Teestube neben dem Pub. Hier heißt der Radler einfach nur Limonade mit Bier. Mitten auf dem Platz steht das Denkmal der Republik, geschaffen von dem italienischen Künstler Pietro Canonica. Es erinnert an die Gründung der Republik Türkei im Jahr 1923 und wird von fotografierenden Touristen umlagert.

Signal für die Reisewirtschaft

"Die kürzlich statt gefundenen Wahlen in Istanbul waren ein immenser Erfolg für die Demokratie und auch für die Wahrnehmung der Türkei von außen", ist sich Hotelmanager Kai Winkler sicher. "Es ist auch ein wichtiges Signal für die Reisewirtschaft, besonders in Istanbul." Gerade diese Metropole habe in jüngster Zeit wieder den stärksten Zuwachs aus Deutschland bekommen. Es spreche viel für Reisen nach Istanbul, nicht zuletzt auch deshalb, weil die Abwertung der türkischen Lira um etwa die Hälfte gerade für Deutsche den Urlaub günstig gestalte. Dank einer stabilen Zahl von Stammgästen spielen Abwertungen der Währungen im Luxussegment keine entscheidende Rolle und das Fairmont kann sich, so Winkler, über eine Auslastung von 70 bis 80 Prozent freuen.

Über den Dächern von Instanbul

Ronald Keusch für Magazin Tourismus.International

Auch wenn das Luxus-Hotel einige eindrucksvolle Beispiele für die Melange zwischen Moderne und Tradition liefert, kann es noch etwas ganz Besonderes und Einmaliges offerieren. In der fünften Etage ist eine Schwimmbecken-Landschaft kreiert worden, entworfen vom niederländischen Künstler Marcel Wanders. Es handelt sich um einen Infinity-Pool, also um Becken, die so abgesenkt sind, dass der Eindruck entsteht, das Wasser würde in der Unendlichkeit verschwinden. In Wirklichkeit läuft das Pool-Wasser über eine abgesenkte Kante in eine Außenrinne. Aus dem Pool und von den rund herum angeordneten Liegen schaut man über die Dächer von Istanbul auf das Blau vom Bosporus. Im Sommer ist hier der coolste Pool der Stadt da sind sich alle einig.

Text und Fotos von Ronald Keusch mit Fotos von Fairmont